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Der Feuerwehr-Notruf

WO ist es passiert (Straße, Nummer)
WAS ist passiert? (Unfall, Feuer, usw.)
WIEVIELE Personen sind betroffen?
WELCHE Verletzungen?
WER ruft an?
(Name des Anrufers)
WARTEN
auf Rückfragen

Die Geschichte der Feuerwehr Garmisch

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Feuerlöschwesen in Garmisch 1868 – 2008

Männer des Turnvereins Garmisch ergriffen die Initiative und
setzten 1868 den Gedanken zur Gründung der Freiwilligen
Feuerwehr Garmisch in die Tat um.

Das Kommando führte der Veterinär Otto Schwarzmeier,
dem am 15. 10. 1869 Oberförster Ulrich als Kommandant
folgte. Der Krieg 1870/71 mit seinen Nachwehen war der
jungen Wehr nicht förderlich. Es fehlte der ursprüngliche Eifer,
so dass das Kommando viel Mühe hatte die Wehr zusammenzuhalten.

Der Magistrat erwog daher im Frühjahr 1874 eine Gemeinde bzw. Pflichtfeuerwehr einzuführen. Doch die Freiwillige Feuerwehr zählte bereits am 08. 09. 1874 wieder 106 Mann. Das Kommando übernahm Mathias Ostler.

Im Frühjahr 1875 waren jedoch so wenig Feuerwehrleute zur
Übung angetreten, dass das Kommando zurücktrat und die
Gemeinde eine Pflichtfeuerwehr aufstellte. Sie wurde vom Vorstand Lanz und Kommandant Josef Reiser betreut.
Die Männer, die für eine Freiwillige Feuerwehr eintraten, ruhten nicht.

Schon am 07.11.1875 stand die Wehr wieder auf den Beinen. Kommandant Josef Reiser hatte die Führung, bis er sie am 23.04.1876 an Ferdinand Westermaier weitergab. Im Jahre 1879 erschien eine neue Dienstordnung für die Feuerwehr.

Der Magistrat gab am 17. 02. 1879 folgendes bekannt: Alle Männer vom 18. bis zum 55. Lebensjahr sind verpflichtet in der Feuerwehr Dienst zu leisten.
Gleichzeitig führte man eine geregelte Fahrbereitschaft ein.
Man befasste sich auch intensiv mit der Verbesserung der Gerätschaften. So wurde in diesem Jahr das Pumpwerk der
vorhandenen Saug- und Druckspritze erneuert und gleichzeitig
eine neue leichtere Saug- und Druckspritze mit einer Leistung von 210 – 230 Liter pro Minute und einer horizontalen Wurfweite von 32 – 36 Metern angeschafft.

Die Reparatur und die Neulieferung erfolgte durch die Firma Grasmayr aus Wilten bei Innsbruck. Der Gesamtpreis betrug 1400 Mark. Außerdem wurden alle Anschlüsse auf das bayrische Normalgewinde umgestellt. Dieses genormte Gewinde wurde bereits 1874 eingeführt und allen Wehren empfohlen.

Der Zuspruch zur Wehr machte weitere Fortschritte. 1881 zählte man 103 Freiwillige und 167 Pflichtfeuerwehrleute. Im Jahre 1884 übernahm der Kaufmann Karl Bader das Kommando.
Eine besondere Verbesserung für die Brandbekämpfung war der Bau der Ortswasserleitung und die Aufstellung von 33 Hydranten. Die Arbeiten wurden 1888/89 mit einem Kostenaufwand von 91000 Mark durchgeführt.

Im Zuge der technischen Weiterentwicklung wurden freistehende
Leitern entwickelt. Diese ermöglichten die Rettung von Menschen aus oberen Stockwerken, sowie eine günstigere Position zur Bekämpfung von Feuer. Die Freiwillige Feuerwehr bestellte 1898 eine Leiter mit 16 Meter Steighöhe bei der Fa. Braun, Nürnberg, zum Preis von 1000.- Mark.

Inzwischen war die Mitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehr
auf 174, der der Pflichtfeuerwehr auf 267 angestiegen. Dies bewog den Magistrat zu einer Verordnung, die Dienstpflicht der Männer über 40 Jahren aufzuheben. Da aber eine solche Änderung den höheren Instanzen vorbehalten bleib, musste die Anordnung wieder revidiert werden. Erst im Jahre 1912 gelang es, eine Regelung in der Weise zu erreichen, dass künftig die Altergrenze der zum Wehrdienst verpflichteten Männer auf 45 Jahre festgelegt wurde und ab 40 Jahren nur noch Ordnungsdienste zu leisten waren.

Um die Größe der Wehr zur Jahrhundertwende aufzuzeigen,
dürfte das nachstehend aufgeführte Inventar Aufschluss geben:
Zwei vierrädrige Saug- und Druckspritzen, eine Alte Druckspritze,
drei Handspritzen, eine fahrbare Schubleiter, ein Schlauchwagen, ein zweirädriger Hydrantwagen mit Schlauchhaspel, 350 Meter Hanfschläuche, sowie sonstiges Kleingerät, wie Anstelleitern, Feuerhaken, usw.

Einige Jahre später, 1905, übernahm Baumeister Ostler das
Kommando. Der Aufbau der Wehr wurde systematisch vorangetrieben.
So konnte 1912 eine zweite fahrbare Leiter der Fa. Magirus der Wehr übergeben werden.
1913 kam es zu einer ersten großen Bewährungsprobe für das neu angeschaffte Gerät und die Feuerwehren.
Bei einem Großbrand in der Nacht vom 01.01. auf 02.01.1913 in der Sonnenstraße wurden mehrere Anwesen ein Raub der Flammen.
Ausgebrochen ist der Großbrand im Haus Nr. 159 in der angebauten
Holzscheune, welcher verheerende Folgen für vier andere Anwesen hatte.
Zur Verdeutlichung wird ein Auszug des Tageszeitungsberichts zur Brandkatastrophe wiedergegeben.

Bericht der Tageszeitung, Sonntag 05.01.1913:

„Der große Brand in der Sonnenstraße (Gries) in Garmisch“

Die Nacht vom 1. auf 2. Januar war mäßig kalt, sternklar und windstill; der ganze Ort lag morgens gegen 3 Uhr im tiefen Schlummer. Da schlagen aus dem Haus Nr. 159 an der Sonnenstraße die Flammen heraus, in der angebauten Schupfe, die mit Heu gefüllt war, ist Feuer ausgebrochen.
Noch hört niemand das Prasseln, sieht niemand den Feuerschein, aber das Vieh im Stalle schreit und stampft, als es die entsetzliche Gefahr wittert und will fliehen. Darüber wachen die Hauseinwohner auf, die im tiefsten Schlummer lagen.
Der Besitzer des Hauses, der Ökonom Peter Eitzenberger (Draschtegapeter) alarmiert die Nachbarn; dem Feuer beizukommen ist unmöglich, man muß sehen, das man retten kann, was zu retten ist. Doch schon ist das Feuer auf das hölzerne Nachbarhaus übergesprungen und wenige Minuten später brennt die Hinterfront des Hauses Nr. 160 der Bergführerswitwe Dengg gehörig hell auf, gierig und rasend schnell greifen die Flammen um sich. Der Lohnkutscher Peter Settele, der dieses Haus bewohnt, bringt notdürftig gekleidet seine Familie heraus, fast unbekleidet und barfuß springen die Kinder durch die Tür ins Freie, mit erstaunten, verträumten Augen, die Gefahr nicht fassend, die das traute Heim nun in sich birgt.
Kaum daß es gelingt das Vieh aus dem Stalle zu bringen und einige von den vielen Säcken Haber herauszutragen, da steht schon das ganze Haus in Flammen. Krachend stürzt die Stalldecke ein, in alle Stuben ist die rote Glut schon vorgedrungen und was nicht verbrennen will muß fliehen. So verbrennt dem Peter Settele ein großer Teil seines Hausrats, fast alles, darunter 700 Mark an Bargeld, ist verloren.
Erst jetzt dröhnen die Glocken vom Turme, das Sturmgeläut alarmiert den Ort, man braucht nicht lang zu fragen wo es brennt, kirchturmhoch, schaurig steigen die Flammen zum Himmel und eine rot erleuchtete Wolke von Rauch türmt sich in der klaren Nachtluft auf. Auf die Riesenfackel zu strömen die Leute. Feuersignale erschallen aller Orten, die Männer der Wehr weckend und zu hartem Kampfe mit dem gefährlichsten aller Elemente rufend. Rasch heraus mit den Spritzen und Schläuchen, den Leitern, Feuereimern und Hacken, helfet Männer, rettet was noch zu retten ist, sonst ist der halbe Markt verloren, den am Gries steht Haus an Haus eng aneinander.
Im Sturmschritt geht es vom Feuerhause zur nahen Brandstätte. Dort haben die Flammen ein drittes Haus schon ergriffen, das Haus Nr. 161 des Maurers Martin Hutter (Stumpfer) brennt jetzt von oben bis unten. Dieses Haus ist noch eines der wenigen, die vollständig aus Holz gebaut waren; das völlig ausgetrocknete Holz, zum Teil Lärchenholz, brennt wie Zunder. Der Besitzer muß zusehen, wie die Flammen alles ergreifen. Er verliert mit dem Haus noch den größten Teil seiner beweglichen Habe. Wie soll das noch werden?
Das Wasser aus dem Hydrant hat zu wenig Druck, kaum zehn Meter weit reicht der Wasserstrahl. Die alten Feuereimer werden in langer Kette herangereicht. Doch schon haben die beiden Pumpen am Mühlbach Aufstellung genommen, sie funktionieren vortrefflich und ermöglichen alsbald den Kampf mit Aussicht auf Erfolg aufzunehmen. Doch die Situation hat sich weiter verschlechtert. Die Hitze ist furchtbar, und bald nach vier Uhr steht noch ein weiteres Objekt, das Haus Maderspacher, in Flammen. Es sieht verzweifelt aus, trotz der heroischen Anstrengungen der Feuerwehrleute scheint alles verloren. Auf den Straßen liegt der Hausrat, die meisten Leute an der Straße fangen an ihre Häuser auszuräumen, denn das ist sicher, bläst jetzt auch noch der Wind in das Flammenmeer, so kann Menschenkraft die Naturgewalt nicht eindämmen. Zum Glück ist die Luft noch absolut ruhig. Auf allen Dächern sieht man Leute damit beschäftigt durch Aufgießen von Wasser die Dächer, meist aus Schindeln, vor den gefährlichen, wie ein Regen auf die ganze Umgebung niedergehenden, Funken zu schützen.
Mittlerweile ist die Feuerwehr von Partenkirchen, bald darauf auch jene aus Farchant und Grainau erschienen, das Rettungswerk beginnt langsam aber sicher voranzugehen. Das schon schwer beschädigte Haus Maderspacher kann den Flammen abgerungen werden, doch erst, nachdem der ganze Dachstuhl zerstört und das schon in die Zimmer eingedrungene Feuer große Verwüstungen angerichtet hat. Auf der Westseite kann ein Teil des Eitzenbergerhauses gehalten werden. Der weiteren Ausbreitung des Feuers scheint Einhalt getan. Wie aber auch die Feuerwehrleute arbeiten! Mit den riesigen schweren Feuerhaken reißen sie das Sparrenwerk und ganze brennende Wände der Holzhäuser ein, dadurch gelingt es dem Strahl der Spritzen ins Innere der Häuser einzudringen und dort Zoll um Zoll den Brand aufzuhalten. In der sengenden Hitze, die die Haut anspannt, das sie aufspringt, stehen wie aus Eisen die Männer der Feuerwehr am Schlauchrohr. Nicht zu vergessen sind auch die Leute, die an den Pumpen stehen, stundenlang, vom Schauplatz der Neugier entfertnt, hart arbeiten.
Die Unterstützung durch die auswärtigen Wehren gestatte es dem Feuerwehrkommandanten Johann Ostler den Brandherd von allen Seiten her gleichzeitig zu bekämpfen; die ganze übrige Wasserleitung im Ort abgesperrt und dadurch der Druck der Hydranten an der Brandstätte jetzt genügend groß.
Unser Bürgermeister Herr Klarwein und Herr Kaufmann Thomas Sailer dirigierten die bald angekommene Partenkirchner Feuerwehr, welche zwei Kompanien stark anrückte, an die Loisach. So konnte der Brandherd auch von der Rückseite her angegriffen werden und machte sich der Erfolg der strategisch vorzüglichen Anordnung sehr bald günstig bemerkbar. Endlich scheinen die Anstrengungen belohnt, der Sieg errungen. Gegen sechs Uhr ist die Gefahr eines weiteren Umsichgreifens der Flammen beseitigt, das Feuer eingedämmt.
Aber wie sieht die schöne alte Griesstraße aus. Die Häuser Dengg und Hutter sind bis zum Erdboden niedergebrannt, vom Haus Eitzenberger steht nur noch die Vorderfront, hinten ist alles ausgebrannt, und das Haus Maderspacher ist durch Feuer und Wasser derart mitgenommen, daß es fast dem völligen Abbrennen gleichkommt.
Zum Brandunglück wird noch gemeldet, daß der Verdacht besteht, daß das Feuer von ruchloser Hand gelegt wurde. So berichten einige Leute, die um halb drei früh die Griesstraße passierten, daß sie von dem Hause Eitzenberger zwei verdächtige Gestalten weglaufen sahen. Andere Gerüchte wissen sogar von einer Brandlegung durch Zündschnüre zu berichten. Die etwas phantastischen Angaben sind mit aller Vorsicht aufzunehmen, bis die eingeleitete Untersuchung mehr Licht in die Sache bringt.
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Nach Ende des 1. Weltkrieges 1914/18 wurde an eine Motorisierung
der Wehr gedacht. Wirtschaftskrise und Geldentwertung machten es äußerst schwierig, die nötigen Geltmittel aufzubringen. Doch der zähe Wille siegte und so konnte am 04.08.1923 die neue Bezirksmotorspritze ihren Einzug in Garmisch halten. 300 Millionen Mark Kostete das gute Stück.
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1923 – Die Motorisierung hält bei der
Freiwilligen Feuerwehr Garmisch Einzug
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Ein seltenes Ereignis bracht am 04.08.1923 die Bevölkerung von Garmisch auf die Beine. Die Bezirksmotorspritze, geschmückt mit frischem Grün, hielt in Garmisch ihren Einzug.

Ein Ausstellungsstück der Magirus- Werke, Ulm. Viel Messing verlieh ihren einen strahlenden Glanz und die folgenden Daten zeugten von ihrer Wucht: Pumpleistung 1000 Liter pro Minute, ein Motor mit 32 PS, Geschwindigkeit 45 km/h, Gesamtgewicht 4 Tonnen, getragen von Vollgummireifen.

Feierlich wurde sie von den Magirus- Werken der Freiwilligen Feuerwehr Garmisch übergeben.
Viele Proben mussten die Leistungsfähigkeit der Maschine unter Beweis stellen, bis sie am 03.11.1923 nach einer Fahrzeugprüfung
dem Bereitschaftsdienst zugeteilt wurde. Ihre Feuertaufe im Großeinsatz bestand sie bei einem Barnd in der Bahnhofstraße (Becken Seppl) am 15. März 1924 bei ca. 20 Grad Kälte.
Die Motorisierung brachte auch eine große Verantwortung für die Gemeinde.
Die Einsatzeiligkeit musste gesteigert werden. Hierfür wurde eine Alarmeinrichtung nötig, die schnelleres Ausrücken ermöglichen sollte.
Wie aus einem Magistratsbeschluß hervorgeht, mussten bei Ortsbränden alle Kirchenglocken läuten, bei Bränden außerhalb nur die große Glocke. Personen im Umkreis der Kirche waren zum Läuten verpflichtet. 1913 setzte man zusätzlich vier Hornisten ein, die in einzelnen Ortsteilen Signal gaben.

1921 kam die Sirene des Gerätehauses. Für die neue Motorspritze
wollte man aber eine eigene Alarmierung, die so genannte
„ Stille Alarmierung“, die in Form einer Weckerlinie auf Starkstrombasis aufgebaut war. Diese Neuerung fand großen Anklang bei allen Beteiligten, und die Neugierigen konnten den Brandplatz nicht mehr belagern.

Die Bezirksmotorspritze musste oftmals zu Einsätzen außerhalb fahren, was für den Ort eine Schwächung der Einsatzbereitschaft
bedeutete. Um diesen Unsicherheitsfaktor auszuschalten, schaffte man eine zweite Motorspritze gleicher Leistung an, jedoch nur zweirädrig für Handzug bzw. zum Anhängen an einen Lastwagen.
Dies erforderte wiederum die Aufstellung eines zweiten Löschzuges.

Die Entwicklung ging immer weiter.

Baumeister Ostler legte 1928 dem Magistrat einen Bauplan
für ein neues Gerätehaus an der Promenadestraße vor. Doch
die Gemeindeväter konnten sich nicht für den Bau entschließen.
In diesem Jahr wurde auch die Storz-Kupplung generell eingeführt.
Alle Geräte, Schläuche und Strahlrohre wurden mit
dieser Kupplung ausgestattet. Ein rasches und sicheres Ankuppeln
der Schläuche war damit möglich.
Der neu angeschaffte Rettungswagen war mit einer Hydranten-
Ausrüstung, Hakenleiter und einem Rettungsschlauch
ausgestattet. Letzterer hatte den Zweck, Menschen gefahrlos
aus den oberen Stockwerken zu retten.

1930 stand der Wehr folgender Gerätepark zur Verfügung:

1 Kraftfahrzeugspritze, 1 zweirädrige Motorspritze, 1 zweirädriger
Hydrantenwagen mit Schlauchhaspeln, 1 zweirädrige
Ausziehleiter mit 16m, 2 zweirädrige Ausziehleitern mit je
12m, davon eine Eigentum des Elektrizitätswerkes, ein Rettungswagen,
diverses Schlauchmaterial und Kleingeräte.
Um zur Bedienung all dieser Geräte genügend Leute im stillen
Alarm erreichen zu können, wurden 1930 zwei weitere
Alarmschleifen gebaut. Im Gegensatz zur ersten Weckerlinie
waren diese Schleifen vom Strom unabhängig.
Die Wehr konnte nun 40 bis 50 Mann im stillen Alarm rufen,
was für die damaliger Zeit eine enorme Zahl bedeutete.
Auf Grund dieser positiven Personalstruktur wurde die Wehr
neu organisiert und in Löschzüge eingeteilt, die man nach
Bedarf über die einzelnen Schleifen alarmieren konnte.

30 Jahre war Baumeister Johann Ostler Kommandant der
Freiwilligen Feuerwehr Garmisch, als 1934 Josef Dillis an
seine Stelle trat.
Durch die Zusammenlegung der beiden Orte Garmisch und
Partenkirchen erhielten die Wehren die Bezeichnung „ Abt. I,
Garmisch und Abt. II, Partenkirchen“. Das Kommando von
Garmisch übernahm Mathias Maurer (Färber ).

Der beginnende Krieg im Jahr 1939 stellte große Anforderungen
an die Wehr. Viele aktive Mitglieder rückten zum Militär
ein und die älteren Feuerwehrleute mussten als Dienstverpflichtete
den Feuerschutz in der Heimat übernehmen.
Eine Umschulung auf die neueren Geräte war notwendig.
Auch Soldaten des Standortes wurden laufend an den Geräten
ausgebildet. Eine weibliche Bereitschaft eignete sich mit
großem Fleiß und Eifer die Kenntnisse zur Brandbekämpfung
an und erzielte gute Leistungen.
1943 bekommt auch die Garmischer Wehr die Auswirkungen
des Krieges zu spüren. Der Großbrand des Sägewerks Betz
in der Zugspitzstraße am 27.08.1943, bei dem beiden
Löschfahrzeuge der Wehren Garmisch und Partenkirchen
mit vier B- und drei C-Rohren eingesetzt wurden, war nur ein
Teil der Aufgaben, welche an die Wehr gestellt wurden.
In diesem Jahr erhielt die Wehr ein neues Löschfahrzeug zugewiesen; eine Kriegsausführung, zu der man wenig Vertrauen
hatte. Mit dem verstärkten Vorrücken der Alliierten und
den damit verbundenen Fliegerangriffen auf München und
Innsbruck wurde die Feuerwehr Garmisch 10 mal
zur Brandbekämpfung gerufen.
Schon von weitem konnte der Feuerschein der brennenden
Städte wahrgenommen werden. Den Dienstleistenden Feuerwehrmännern
bot sich ein grauenvolles Bild der Verwüstung:
Städte- ausgebombt und lichterloh brennend. In der
Nachkriegszeit führte Eduard Zech das Kommando, bis er
1952 von einem jungen Mann abgelöst wurde. Der neue
Kommandant Xaver Angerer hatte mit großer Energie und
geschickter Menschenführung wieder eine schlagfertige
Wehr aufgebaut. Leider musste er schon 1959 aus dieser
Welt scheiden.

Sein Nachfolger Mathias Ostler Im September 1947 wurde die Freiwillige Feuerwehr Garmisch zur gemeinsamen Bekämpfung des großen Bergwaldbrandes
an der Arnspitze bei Mittenwald gerufen. Der Waldbrand
dauerte drei Wochen an. Eine Vielzahl an Wehren
mussten zur Bekämpfung der Brandkatastrophe eingesetzt
werden.

Durch die außerordentlich trockenen Jahreszeit waren außer
an der Arnspitze noch am Stuiben, bei Griesen, nahe der
Almhütte und dem Zunderköpfel Bergwaldbrände ausgebrochen.
Aufgrund der ungenügenden Ausrüstung und Verpflegung
der Einsatzkräfte gestaltete sich die Brandbekämpfung
im unwegsamen Gelände als äußerst schwierig.

1950 wurde die Freiwillige Feuerwehr Garmisch mit einem neuen Tanklöschfahrzeug
der Magirus-Werke TLF 15 – 85PS stark und
mit einem Tank für 2400 Liter Wasser ausgestattet. Das
Fahrzeug bot neue Vorteile in der Brandbekämpfung. Man
Konnte sofort mit dem Löschen beginnen, ohne auf den oft
zeitraubenden Aufbau der Zuleitung warten zu müssen.
Auch die Möglichkeit mit Schaum zu löschen war in diesem
Gerät bereits eingebaut.

1958 konnte die Freiwillige Feuerwehr Garmisch ihr neues
Heim beziehen. Ein Garagenbau, ein Wohnhaus mit drei
Wohnungen, welche als Bereitschaftswohnungen genutzt wurden, ein Lehrsaal, der auch für kameradschaftliche Zusammenkünfte
geeignet ist, sowie diverse Nebenräume bilden
ein zweckmäßiges Ganzes.
Der Bau löste allgemein Freude und Anerkennung aus – war
er doch zu dieser Zeit der modernste im Landkreis Garmisch-
Partenkirchen, und somit kein Vergleich mehr zur alten
Feuerwache, im heutigen Gasthaus „ Zur Schranne“

In der Nacht vom 28. auf 29.01.1959 wurde die Feuerwehr
Garmisch zu einem Großeinsatz in die Frühlingstrasse gerufen.
Gegen 2.08 Uhr drohte ein Großbrand die gesamten
Häuser zu vernichten. Die Häuser Bader ( Stonas ) und Maurer
( Uschala ) wurden ein Raub der Flammen. Ein weiteres
Umsichgreifen des Feuers auf das benachbarte Häuser im
Westen konnte durch den schnellen und hervorragenden
Einsatz der Feuerwehren Garmisch, Partenkirchen, Farchant,
Mittenwald, Oberammergau, Grainau unter der Einsatzleitung
des Garmischer Kommandanten Xaver Angerer verhindert
werden.

Am 04.03.1960 Kam es zu einem Großbrand der Pschorr-
Bräu Bierniederlassung in der Lagerhausstraße.

Das Lawinenunglück auf der Zugspitze am 15.05.1965 wurde
weit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt. In einem
außerordentlichen Einsatz wurde die mit 30 Mann angerückte
Feuerwehr Garmisch zusammen mit vielen anderen
Helfern zur Suche nach verschütteten Personen am Zugspitzblatt
eingesetzt. Obwohl eine große Anzahl von Hilfskräften
nach Personen unter den Schneemassen suchten,
wurden neben vielen Verletzten auch 11 Tote geborgen.

1966 wurde Hans Baumer zum Kommandanten gewählt. Mit
viel Engagement stellte sich der neue Kommandant den
ständig wachsenden Anforderungen, sowie dem immer größeren
Aufgabenbereich.

Die Feuerwehr Garmisch konnte 1968 auf ihre 100-jährigen
Geschichte zurückzublicken. Das Gründungsjubiläum wurden
im Rahmen der Garmischer Heimatwoche mit einem
historischen Festzug und Festabend gefeiert. Zahlreiche
Feuerwehren aus Nah und Fern, sowie aus dem benachbarten
Tirol konnten zum Jubiläumstag begrüßt werden. Beim
Festzug konnte man auch Feuerwehren mit historischen
Uniform und alten Feuerwehrgeräten bestaunen. Die Palette
reichte von alten Kübelspritzen bis zur Handspritze, von
Pferden gezogen.

Zu einem Flammeninferno entwickelte sich am 5.11.1970 ein
Großbrand in der Casa Carioca, zu dem die Freiwillige Feuerwehr
Garmisch gegen 2.30 Uhr gerufen wurde. 50 Garmischer
Feuerwehrleute mit Unterstützung der Nachbarwehren
Partenkirchen, Farchant, Grainau und Oberau verhinderten
ein Übergreifen auf das benachbarte Eisstadion durch die
Gegenwart von Ammoniak höchste Explosionsgefahr bestand.

Ein schwerer Verkehrunfall auf der B2 an der so genannten
Kranzbachbrücke war Anlaß, dass sich das Kommando entschloss
ein Unfall-Nothilfe-Fahrzeug anzuschaffen. Am
28.11.1971 wurde ein Mercedes-Kastenwagen L 508 D in
Dienst gestellt. Das schnelle und wendige Fahrzeug verringerte
die Anfahrtszeit zur Einsatzstelle erheblich und somit
konnte den verletzten Personen eine schnellere Hilfe zu Teil
werden. Aktive Feuerwehrkameraden bauten das Fahrzeug
entsprechend aus und richteten es mit dem nötigen technischen
Geräten ein.

Ein Wolkenbruch, der am 23.08.1978 über dem Kramer nieder
ging, verursachte im Bereich der Maximilian- und Feldstraße
erhebliche Überschwemmungsschäden. In vielen Keller
drang Wasser ein, die Maximilianstraße war vorübergehend
auf voller Breite ein reißender, bis zu einem Meter tiefer
Fluß.

Zu einem Verkehrsunfall wurde die Garmischer Wehr am
23.06.1980 zur Mautstraße nach Vorderriss gerufen. Ein
PKW war von der Fahrbahn abgekommen und stürzte in eine
Schlucht. Der tödlich verletzte Fahrer mußte aus der
Schlucht, sowie der PKW mittels RW2 geborgen werden.

Am 12.11.1981 wurde die Freiwillige Feuerwehr Garmisch zu
einem Großbrand in das Verpackungswerk nach Oberau gerufen.
Mehr als 500000 DM Sachschaden verursachte dieser
Großbrand.

Fast 100 Männer der Freiwilligen Feuerwehr Garmisch und
Partenkirchen waren bei einem Dachstuhlbrand der Kfz-Reparaturwerkstätte
am 17.10.1984 in der Krafft-von-Delmensingen-
Kaserne bei den Löscharbeiten im Einsatz. Bei diesem
Einsatz bewährte sich das neu angeschaffte LF-16 im
Zusammenhang mit der Rettung von rauchgasvergifteten Arbeitern.
Durch die mitgeführte dreiteilige Schiebeleiter konnten
die Arbeiter in Sicherheit gebracht werden.

Am frühe Morgen des 15.12.1985 brach im Hotel Zugspitz
ein Großfeuer aus. Sämtliche Hotelgäste mussten mit
schwerem Atemschutz aufgrund der starken Ruchentwicklung
aus ihren Zimmern in Sicherheit gebracht werden. Die
Rettung der Gäste und die Eindämmung des Brandes konnte
ausschließlich mit schweren Atemschutz erfolgen.

Gasalarm war die Meldung am Samstag, den 27.12.1986 die
um 15.55 Uhr bei der Einsatzzentrale in der Freiwilligen Feuerwehr
Garmisch eintraf. Die ersten Fahrzeuge der Garmischer
Wehr waren kurz vor dem Eintreffen am Hotel Riessersee,
als eine verheerende Explosion zu hören war. Den Einsatzkräften
bot sich ein Bild der Verwüstung und des Schreckens.
Im Bereich der Sporträume war die Explosion am heftigsten.
Betondecken waren wie ein Kartenhaus in sich eingestürzt
und hatten die Opfer unter sich begraben. Mit allen
zur Verfügung stehenden Mitteln aus den Rüstwagen wurden
die Personen unter den eingestürzten Betondecken und
Wänden geborgen. Fünf Personen konnten nur noch Tod geborgen
werden, sechs weitere Personen sind aufgrund der
schweren Verbrennungen in den folgenden Tagen ihren Verletzungen
erlegen. Vom Gastank auf der Südseite strömte
unkontrolliert Gas aus. Ein Kontrolliertes Abfackeln des
Flüssiggas konnte erst am nächsten Tag begonnen werden
das bis zum Silvestertag dauerte.

Den umfangreichsten Einsatz hatte die Wehr anlässlich des
Föhnsturms am 04.04.1987 zu leisten. Zahlreiche Bäume
wurden entwurzelt oder knickten wie Streichhölzer. Den
größten Schaden richtete der Orkan am Eisstadion an. Der
Sturm riß das Blechdach aus seiner Verankerung. Die Matten
der Dachisolierung wurden hunderte von Metern weit hinweggetrieben,
während die Dachhaut als bizarrverformtes
Blechmonstrum auf dem Parkplatz vor dem Stadion landete.
65 Wehrmänner waren im Einsatz und leistetet dabei über
500 Einsatzstunden.

Am Freitag, den 21.10.1988 wurde die Freiwillige Feuerwehr
Garmisch zur Unterstützung des Rettungsdienstes in einen
Kunststoffverarbeitenden Betrieb gerufen. Dort hatte sich ein
Betriebsunfall ereignet bei der eine Person in einer Maschine
eingeklemmt wurde. Um an den Verletzten heran kommen zu
können, der auf der Spritzgussmaschine in etwa 3,5 Meter
Höhe fest hing, musste die Feuerwehr zunächst aus Steckleitern
ein Behelfsmäßiges Gerüst bauen, um sich einen einigermaßen
festen Halt zu verschaffen. Da der ganze Raum
um die Maschine vollständig mit feinsten Kunststoffstaub
belegt waren, bestand überall erhöhte Rutschgefahr. Nach
Befreiung der Person von der Maschine wurde er mit der
Rettungswanne und Rollgliss Abseilgerät abgeseilt und in
den Notarztwagen zum Abtransport ins Klinikum verbracht.

Am 5.11.1989 war für die Freiwillige Feuerwehr Garmisch ein großer Festtag. Im Beisein von Vertretern der Wehren aus
dem Landkreis und aus Tirol, sowie zahlreiche Ehrengäste
wurden durch Herrn Pfarrer Franz Sand die Drehleiter
DLK23/6 eingeweiht. Im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten
übergab 1. Bürgermeister Toni Neidlinger den Schlüssel
der Drehleiter an den Kommandanten Hans Baumer.
Das neue Fahrzeug stellt eine wertvolle Ergänzung zur Personenrettung
und im abwehrenden Brandschutz dar.
Vor der Brandalarmierung zum Großbrand im Hotel Partenkirchner
Hof am 30.11.1990, war die Garmischer Wehr zu
einem Verkehrsunfall auf der Zugspitzstraße bei der Ari-Brücke
gerufen worden und befreite eine eingeklemmte Person
aus dem Autowrack. Auf dem Rückweg zur Feuerwache
wurde um 5.13 Uhr Alarm für den Großbrand im Hotel Partenkirchner
Hof gegeben. Die Feuerwehr rückte mit allen
verfügbaren Fahrzeugen und Geräten zur Brandbekämpfung
aus. Die Löscharbeiten unter der Einsatzleitung der Nachbarwehr
Partenkirchen gestalteten sich äußerst schwierig.
Seitens der Feuerwehr Garmisch waren bei diesem Großbrand
48 Feuerwehrkameraden über 4 Stunden im Einsatz.
Die Garmischer Wehr setzte 25 Männer mit schwerem Atemschutz
ein, welche bei ihrer Arbeit extremen Belastungen
ausgesetzt waren.

Großbrand Olympia Eissportzentrum Samstag, den
15.05.1993 Aufgrund eines Mülltonnenbrandes stand innerhalb
von Minuten der Komplette Turm und Teil der Tribünen
in Vollbrand. Das erst seit ein par Tagen in Betrieb genommene
TLF 24/48 bewies sich bei diesem Einsatz als eine berechtigte
Beschaffung unserer Wehr.

Nach 26jähriger Dienstzeit legte Hans Baumer das Amt als
Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Garmisch nieder. In
seiner langjährigen Tätigkeit setzte er sich mit viel Engagement
für die Interessen der Feuerwehr und für die ständig
wachsenden Aufgaben ein. Während seiner Amtszeit wurde
unter anderem aufgrund häufiger Verkehrsunfälle das Unfallnothilfefahrzeug,
das vom RW2 abgelöst wurde, angeschafft.
Auch der alte RKW 10 konnte in diesem Zeitraum
durch den neuen KW 25 ausgetauscht werden. Nicht zuletzt
sind die Erweiterungen der Fahrzeug- und Gerätehalle,
ebenso wie Neubau des ehemaligen Magistratsgebäudes, in
dem die Feuerwehr neue Garagen und Räumlichkeiten erhielte,
ein Verdienst von Hans Baumer. Als Dank und Anerkennung
für seinen unermüdlichen Einsatz als Leiter der
Feuerwehr Garmisch wurde Baumer zum Ehrenkommandanten
ernannt. Ebenso erhielt er vom 1. Bürgermeister Toni
Neidlinger die silberne Bürgerplakette des Marktes Garmisch-
Partenkirchen. Zum Fest des 125-jährigen Gründungsjubiläums
der Freiwilligen Feuerwehr Garmisch stiftete
Hans Baumer eine Fahne für die Wehr.

Ein schweres Zugunglück ereignete sich am 12.12.1995 auf
dem Bahnhofsgelände Garmisch, gegen 9.34 Uhr stieß ein
Regionalexpress und Gläserner Zug frontal ineinander. Die
Feuerwehr Garmisch, Rotes Kreuz und Polizei trafen nur Augenblicke
nach der Alarmierung ein und richteten das Versorgungslager
ein. Die Feuerwehr Garmisch, Partenkirchen
verschaffte sich Zugang ins Wrack des Gläsernen Zuges.
Die Fahrgäste waren zwischen Wänden und Sitzen eingeklemmt
und mussten Hydraulischem Gerät und Schneidbrenner
befreit werden. Die Verletzten wurden über die Fenster
hinausgereicht und wurden in der Wartehalle des Bahnhofs,
das zum Notlazarett umfunktioniert wurde, versorgt.

„Viele Übungen, aber wenig Einsätze“ Diesen Wunsch gab
der Kommandant, Alois Maderspacher junior, der Feuerwehr
Garmisch bei der Einweihung am 27.041997, dem neuen
Wechsellader-Fahrzeug mit auf den Weg, das von Pfarrer
Franz Sand seinen Segen erhielt. „ Nur mit gutem Hand werkszeug kann man Ganze und gute Arbeit leisten“, befand
der Geistliche. Das allradgetriebene Fahrzeug besitzt 264
Ps, hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 14 Tonnen und
kann Container unterschiedlichster Bauart aufnehmen. Deshalb
sei das System ausbaufähig und kostengünstig. Den
Grundstock bildet ein Pritschen-Container mit Kran und ein
Container „Brand“, den die Garmischer Wehrmänner in über
240 Arbeitsstunden ausbauten. Der Container steht somit
der Ausstattung herkömmlicher Löschfahrzeuge in nichts
nach. Er verfügt unter anderem über eine Tragkraftspritze,
1000 Meter Schläuche, Langzeitatmer für Tunneleinsätze
und zwei Flutlichtmasten. Nachdem es für das Fahrzeug keine
staatlichen Zuschüsse gegeben habe, seien die Gasamtkosten
in Höhe von 300000 Mark für LKW und Container aus
Rücklagen, Spenden und den Erlös des Pfingstfestes finanziert
worden. Die Eigeninitiative beim Ausbau des Containers
hob Bürgermeister Neidlinger hervor. Die Rollcontainer seien
eine neue, billige Lösung, die gerade in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten Feuerwehr wie Marktgemeinde sehr gelegen
komme.

Am Samstag, den 10.06.2000 ereignete sich das bisher
schwerste Bahnunglück der Zugspitzbahn. Gegen 10.40 Uhr
kollidierte im „ Katzensteintunnel „ zwischen Garmisch und
Grainau zwei Zahnradbahnen frontal. 64 Verletzte, davon 15
Schwerverletzte, mussten unter schwierigsten Bedingungen
geborgen werden. Die Wucht war enorm. Die Schienenfahrzeuge
– beide fuhren etwa 40 km/h – wurden schwer beschädigt
und sprangen jeweils mit der ersten Achse aus den
Schienen. Da sich die Kollision im Tunnel ereignete, blieb
den Helfern und Rettungskräften wenig Raum zu Agieren.
Knapp 140 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Garmisch,
Partenkirchen und Grainau waren mit 20 Fahrzeugen an der
Unglücksstelle. 60 Frauen und Männer des Roten Kreuzes
und 56 Polizeikräfte leisteten Hilfe und koordinierten den
Großeinsatz. Die Verletzten und Schwerverletzten wurden
nach der ersten Hilfe ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen
und einige auch in das Unfallkrankenhaus Murnau geflogen.
Der abwärtsfahrend Triebwagen war unbesetzt, er wurde lediglich
vom Lockführer gelenkt. Der Mann erlitt schwerste
Verletzungen, da er beim Aufprall der Züge in seinem Führerstand
eingeklemmt wurde. Feuerwehrmänner konnten ihn jedoch
aus den Trümmern befreien. Die Rettungskräfte spielten
sich schnell aufeinander ein und leisteten- bis hin zum
Klinikum Garmisch-Partenkirchen – eine hervorragende
Leistung. Der Großeinsatz wurde von insgesamt acht Rettungshubschraubern
unterstützt. Der Sachschaden beträgt
nach ersten Schätzungen 10 Millionen Mark.
Pechschwarzer Rauch hat die Garmischer Feuerwehr am

Samstag. 18.08.2001 gegen 19.15 Uhr in der Breitenau erwartet.
Eine leerstehende Wohnbaracken in der US-Artyllery-
Kaserne brannte lichterloh auf einer Länge von 60 Metern.
Kinder informierten die amerikanische Militärpolizei, nachdem
ihnen die Flammen aufgefallen waren. Nach Angaben
der Wehr hatten Isoliermaterial und Dachpappe, die in den
Gebäuden gelagert waren, für die starke Rauchentwicklung
gesorgt. Vorsorglich wurde der benachbarte Campingplatz
geräumt. Mit schwerem Atemschutz bekämpften die Florian-
Jünger die Flammen. In das Gebäude konnten sie wegen
der enormen Hitze nicht vordringen. Den Brand löschten die
Retter mit, aus der Loisach gepumpten, Wasser. Für diese
Aktion benötigte die Garmischer Wehr Unterstützung von ihren
Partenkirchner und Grainauer Kollegen. Insgesamt waren
dann 21 Fahrzeuge und etwa 135 Feuerwehrmänner vor
Ort.

Einen ebenso spektakulären Einsatz hatte die Feuerwehr
Garmisch am 06.06.2002 zu bestehen. Um 17.30 Uhr war in der Wache die Meldung eingegangen, dass ein Pferd beim
Überqueren der Loisachbrücke im Bereich Herrgottschrofen
eingebrochen war. Eine Bohle hatte dem Gewicht nicht
Stand gehalten. Zehn Helfer der Feuerwehr Garmisch mühten
sich daraufhin zusammen mit zwei Tierärzten und den
Pferdebesitzern, das Tier ohne Verletzungen zu bergen. Das
gelang auch. Um 20.15 Uhr konnte der Einsatz beendet werden.
Das Tier, das in Panik war, musste beruhigt werden und
konnte darauf hin mit einem Kran geborgen werden. Die Reiterin
aus Grainau blieb unverletzt.

Ein Flammeninferno der Tiroler Zugspitzbahn ereignete sich
am 6.02.2003 gegen 7.25 Uhr. Im Einsatz waren 16 Feuerwehrmänner
mit 5 Fahrzeugen 4,5 Stunden.

Am 22.03.2004 übernahm Andreas Baumann das Amt des
1.Vorstands und löste somit den langjährigen Vorstand Harti
Fink sen. ab. Das Amt des 2. Vorstandes übernahm Anton
Ostler „Cölle“ von seinem Vorgänger Hans Schnitzer.
1.Kommandant Maderspacher Alois jun. wurde mit absoluter
Mehrheit wiedergewählt. 2.Kommandant Anton Ostler „Cölle“
wurde von Peter Gröbl abgelöst

Schwerst verletzt ist eine 35jährige Engländerin, am
21.12.2004, in die Unfallklinik Murnau geflogen worden. Gegen
13.30 Uhr fuhr ein Mann mit seiner Frau und ihren 2
Töchtern in Richtung Alpspitz-Wellenbad vom Hausberg
kommend, über einen unbeschrankten Bahnübergang, und
übersah eine von Österreich kommende Rangierlok, die den
Pkw erfasste.

Eine Besonderheit war auch der 2005 in Dienstgestellte ABAtemschutz,
der vom Landkreis sowie dem Markt Garmisch-
Partenkirchen beschafft wurde. Sein erster Einsatz
ließ nicht lange auf sich warten.
Am 08.08.2005 wurde die FFG mit AB-Atemschutz zum Großbrand Schloß Elmau alarmiert.
Dort wurde die Leistung des Containers auf die Probe gestellt, die er mit Bravur bestand.

Mit dem nun 2006 in Dienst gestellten AB-Rüstmaterial der
auf einem 3-Achs Wechsellader MAN TGA 26.430 transportiert
wird ist die Freiwillige Feuerwehr Garmisch technisch
auf dem neuesten Stand, um als zentrale Stützpunktfeuerwehr
für die Schwere Technische Hilfeleistung im gesamten
Landkreis, als auch im angrenzenden Tirol schnell, effektiv
und mit dem notwendigen, ausgebildeten Personal helfen zu
können.

Der 1979 beschaffte RW 2 konnte jetzt ausgemustert werden.
„GUBAS“ –Gefahrgut- und Brandsimulationscontainer, erste
Anlage ihrer Art in Bayern hat der Landkreis Garmisch-Partenkirchen
für den Ausbildungsbetrieb im Landkreis beschafft
und 2007 bei der FF-Garmisch stationiert. Betrieben
wir die Anlage vom Personal des Atemschutz-Zentrums sowie
der Feuerwehr Garmisch. Das 40.000,- Euro teure Ausbildungsgerät
wurde vom Landkreis, Kreisfeuerwehrverband
sowie Eigenleistung der Mitarbeiter des Atemschutz-Zentrums
und der FF-Garmisch, finanziert.
Die Feuerwehr Garmisch konnte mit ihrem neu Erworbenem
„ Feuerwehr-Quad „ beim BMW Bikermeeting im Juli 2007 ,
durch Unterstützung des Rettungsdienstes, einer kollabierten
Frau schnell Hilfe leisten.

Bei einem Großfeuer sind Allerheiligen 2007 zwei historische
Häuser im Ortskern Farchant Ausgebrand, und zwei weitere
stark beschädigt worden. Die FF-Garmisch wurde mit dem
Löschzug und dem AB-Atemschutz zur Unterstützung gerufen.
Schlusssatz

Dem Idealismus jedes einzelnen ist es zu verdanken, das die
Wehr in unserem Ort in dieser Größe und Schlagkraft besteht.
Durch den freiwilligen, ehrenamtlichen Einsatz, unserer
Feuerwehrkameraden und der modernen Fahrzeuge und
Geräte kann auch in Zukunft ein hohes Maß an Sicherheit
und Gefahrenabwehr gewährleistet werden.
Besteht die Freiwillige Feuerwehr Garmisch seit nun mehr
140 Jahren im Dienst zum Nächsten, so ist unsere Generation
auch weiterhin verpflichtet dieses Erbe zum Wohle der
Bürger und unserer Heimat fortzuführen, getreu unserem
Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“

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